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Mindestlohn Österreich 2026: KV-Löhne pro Stunde, mit Deutschland und Schweiz

Österreich hat 2026 keinen gesetzlichen Mindestlohn. Die Mindestlöhne stehen in den Kollektivverträgen, meist als Monatsbetrag für Vollzeit, und unterscheiden sich je Branche. In den Beispielen unten liegt die niedrigste Lohngruppe 2026 zwischen 2.090 und 2.206 € brutto im Monat, das sind rund 12,10 bis 13,77 € pro Stunde. Hier steht, woher die Zahlen kommen, wie Sie den Stundenlohn selbst berechnen und was in Deutschland und der Schweiz gilt.

Von Pascal Neubauer · Aktualisiert am 1. Oktober 2026

KV-Mindestlöhne 2026 in Österreich: jeweils die niedrigste Lohn- bzw. Beschäftigungsgruppe im ersten Jahr, brutto für Vollzeit. Stundenwert = Monat ÷ (Wochenstunden × 4,33), auf Cent gerundet. Stand 1. Oktober 2026, Quellen: WKO-Lohn- und Gehaltstafeln, SWÖ-KV (GPA).

Branche (Kollektivvertrag)Mindestlohn pro MonatWochenstundenpro Stunde (gerundet)gültig ab
Handel, Angestellte (Beschäftigungsgruppe A, Stufe 1)2.090,00 €38,512,54 €1. Jänner 2026
Handel, Arbeiter:innen (Lohntafel A, Gruppe 1, bis 1 Jahr)2.146,00 €38,512,87 €1. Jänner 2026
Gastronomie und Hotellerie, Arbeiter:innen (Lohngruppe 5, bis 5. Dienstjahr)2.096,50 €4012,10 €1. Oktober 2026
Sozialwirtschaft Österreich, SWÖ-KV (Verwendungsgruppe 1, Stufe 1)2.206,00 €3713,77 €1. April 2026

Österreich, KV-basiert statt staatlich

Einen gesetzlichen Mindestlohn gibt es in Österreich nicht. Laut Sozialministerium regeln die Kollektivverträge die Mindestlöhne, es gibt über 800 davon, und rund 95 Prozent der Arbeitnehmer:innen sind erfasst. Der KV-Mindestlohn ist unmittelbar verbindlich und darf durch Arbeitsvertrag nicht unterschritten werden. Beispiele 2026 für die niedrigste Gruppe: Handelsangestellte 2.090 € (seit 1. Jänner 2026), Handelsarbeiter:innen 2.146 € (seit 1. Jänner 2026), Gastronomie und Hotellerie Lohngruppe 5 2.096,50 € (seit 1. Oktober 2026, davor 2.026 €), Sozialwirtschaft SWÖ Verwendungsgruppe 1 2.206 € (seit 1. April 2026, davor 2.150,10 €). Alle Beträge sind brutto, für Vollzeit und werden 14-mal im Jahr bezahlt.

Handel 2026: erst Empfehlung, dann Kollektivvertrag

Im Handel gelten 2026 bei Arbeiter:innen mindestens 2.146 € und bei Angestellten mindestens 2.090 € im Monat. Für die Angestellten stiegen die Gehälter per 1. Jänner 2026 regulär um die vereinbarten Beträge. Für die Handelsarbeiter:innen gab es zum Jahreswechsel zunächst keine Einigung mit der Gewerkschaft vida. Die WKO empfahl ihren Mitgliedern deshalb, die KV-Mindestlöhne freiwillig um 2,55 Prozent (aufgerundet auf volle Euro) per 1. Jänner 2026 zu erhöhen. Später wurde der Kollektivvertrag abgeschlossen: Die Mindestlöhne der Lohntafeln A und B steigen rückwirkend ab 1. Jänner 2026 um 2,55 Prozent, freiwillig bereits bezahlte Erhöhungen sind voll anrechenbar. Die Beträge aus Empfehlung und Abschluss sind gleich, für Gruppe 1 im ersten Jahr 2.146 € (Quelle: WKO-Lohntafeln Arbeiter:innen Handel 2026).

Mindestlohn pro Stunde in Österreich berechnen

Der Stundenlohn ist der Monatslohn geteilt durch die monatlichen Normalstunden, also Wochenstunden × 4,33. Bei 40 Wochenstunden ergibt das rund 173 Stunden, bei 38,5 Wochenstunden rund 167 und bei 37 Wochenstunden 160,21. Beispiel Handelsangestellte: 2.090 € ÷ (38,5 × 4,33) = 12,54 € pro Stunde. Maßgeblich ist immer der Teiler, den der jeweilige Kollektivvertrag nennt: Der KV Gastronomie und Hotellerie legt 1/173 fest, der SWÖ-KV einen Grundstundenteiler von 160,21, und die WKO-Lohntafel für Handelsarbeiter:innen weist für Gruppe 1 selbst 12,85 € pro Stunde aus. Deshalb kann der KV-Wert um wenige Cent von der Tabelle oben abweichen.

Deutschland, gesetzlicher Mindestlohn

Der gesetzliche Mindestlohn beträgt seit 1. Jänner 2026 13,90 € pro Stunde brutto (2025: 12,82 €). Ab 1. Jänner 2027 steigt er auf 14,60 € (Quelle: Bundesregierung). Tarifverträge können für einzelne Branchen höhere Sätze vorsehen.

Schweiz, kantonal

Die Schweiz hat keinen bundesweiten Mindestlohn, aber fünf Kantone haben einen eigenen: Genf 24,59 CHF pro Stunde (seit 1. Jänner 2026), Basel-Stadt 22,20 CHF (seit 1. Jänner 2026), Jura 21,40 CHF (seit 1. Juli 2024), Neuenburg 21,35 CHF (2026) und Tessin je nach Wirtschaftszweig 20,00 bis 20,50 CHF (seit 1. Jänner 2026). Für die Landwirtschaft gelten teils tiefere Sätze. In den übrigen Kantonen ergeben sich Mindestlöhne aus Gesamtarbeitsverträgen (GAV). Das Bundesparlament hat am 19. Juni 2026 beschlossen, dass Mindestlöhne aus allgemeinverbindlichen GAV dem kantonalen Recht vorgehen können. Das Büro des Neuenburger Grossen Rats hat angekündigt, dagegen das Kantonsreferendum zu ergreifen. Stand 1. Oktober 2026 ist die Änderung nicht in Kraft.

Auswirkungen auf den Dienstplan

Stundensatz × geplante Stunden = Personalkosten. DienstplanPro zeigt automatisch die geplanten Stunden pro Mitarbeiter, mit dem CSV-Export des Stundenpools lassen sich die Stunden in Excel mit dem Stundensatz multiplizieren.

Zuschläge auf Mindestlohn

Nacht-, Sonn- und Feiertagszuschläge kommen zum Stundensatz dazu, ihre Höhe regelt in Österreich meist der Kollektivvertrag. Zwei Beispiele: Handelsarbeiter:innen erhalten seit 1. Jänner 2026 eine Nachtzulage von 2,40 € je Stunde, in Gastronomie und Hotellerie beträgt der Nachtarbeitszuschlag gestaffelt bis zu 28,50 € für Arbeit zwischen 0:01 und 6:00 Uhr. Wer plant: Mindestlohn-Stunde + Zuschlagsfaktor = effektiver Stundensatz. Die Statistik in DienstplanPro liefert die Stunden, der Lohnverrechner setzt die Faktoren.

Häufige Fragen

Wie hoch ist der Mindestlohn in Österreich pro Stunde?

Einen einheitlichen Stundensatz gibt es nicht, weil die Mindestlöhne im jeweiligen Kollektivvertrag stehen. Für die niedrigste Gruppe ergeben sich 2026 zum Beispiel rund 12,10 € (Gastronomie und Hotellerie, ab 1. Oktober 2026), 12,54 € (Handelsangestellte), 12,87 € (Handelsarbeiter:innen) und 13,77 € (SWÖ-KV). Rechnung: Monatslohn ÷ (Wochenstunden × 4,33).

Gibt es in Österreich einen gesetzlichen Mindestlohn?

Nein. Mindestlöhne werden über Kollektivverträge geregelt, laut Sozialministerium sind rund 95 Prozent der Arbeitnehmer:innen erfasst. Eine einheitliche gesetzliche Untergrenze gibt es nicht.

Wie hoch ist der Mindestlohn in Deutschland 2026?

Seit 1. Jänner 2026 sind es 13,90 € pro Stunde brutto, ab 1. Jänner 2027 14,60 €.

Gibt es in der Schweiz Mindestlöhne?

Keinen bundesweiten, aber kantonale Mindestlöhne in Genf, Basel-Stadt, Jura, Neuenburg und Tessin, 2026 zwischen 20,00 und 24,59 CHF pro Stunde. Sonst regeln Gesamtarbeitsverträge (GAV) Mindestlöhne für einzelne Branchen.

Wie berechne ich Personalkosten im Dienstplan?

DienstplanPro liefert pro Mitarbeiter die geplanten Stunden, Multiplikation mit dem Mindestlohn-Stundensatz in der Lohnverrechnung ergibt die Personalkosten.

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Quellen

Rechtlicher Hinweis

Dieser Artikel fasst gesetzliche Regelungen praxisnah zusammen und ersetzt keine Rechtsberatung. Für konkrete Fragen wenden Sie sich bitte an Ihren Steuerberater, die Wirtschaftskammer oder die zuständige Arbeitsinspektion. Stand: 1. Oktober 2026.

Vom Wissen zur Umsetzung

Alle weiteren Beiträge stehen im Ratgeber. Wie sich die hier beschriebenen Regeln im Plan selbst abbilden lassen, zeigt die Seite Dienstplan-Software; wer den Aufwand in Geld umrechnen will, nutzt den Personalkosten-Rechner. Geschrieben hat diesen Beitrag Pascal Neubauer.